Die Vereinigte Gesellschaft als Bildungsraum der Unternehmer — Auf dem Weg in die moderne Gesellschaft (1798-1830)
Unter diesem Titel veröffentlich Frau Prof. Dr. Carola Groppe in Heft 2, 2008, der „Romerike Berge, Zeitschrift für das Bergische Land“, einen Aufsatz, der aus einem 2004 in der Vereinigten Gesellschaft (VG) gehaltenen Vortrag hervorgegangen ist. Am Beispiel der VG Langenberg und mit Blick auf gleichartige Gesellschaften im Wuppertal beschreibt sie das Anliegen und die Wirkung der seit dem Ende des 18. Jahrhundert beginnenden Organisation des zu Selbstbewusstsein gelangten Bürgertums. Der Herzog von Berg verbot wiederholt diese Gesellschaften, “weil in denselben eine Menge freidenkender Unterthanen gebildet werden, wovon bei diesen empörenden Zeitläuften nichts Gutes zu erwarten ist", duldete sie aber, nachdem sie ihm ihre Ergebenheit beteuerten. Den Gründern war die Verpflichtung aller Mitglieder auf die Statuten wichtig, weil sie das freie und gleiche, aktive und passive Wahlrecht garantierten. So erlebten viele Gesellschaftsmitglieder erstmals einen demokratischen Umgang miteinander, und sie erlangten eine Kenntnis über Wahlverfahren und Abstimmungsvorgänge. Bergische Kaufleute und Fabrikanten, so auch Johann Wilhelm Colsman d. Ä. aus Langenberg, kamen 1826 dementsprechend gut vorbereitet zum ersten Rheinischen Provinziallandtag, den die Preußen als eine Art Parlament mit Sitz in Düsseldorf eingerichtet hatten.
Das Heft wird herausgegeben von dem Schlossbauverein Burg an der Wupper und dem Bergischen Geschichtsverein und ist ab dem 25. Juni zum Preis von € 4,- im Buchhandel bestellbar sein oder bei dem Schlossbauverein Burg an der Wupper, Schlossplatz 2, 42659 Solingen.
Frau Prof. Dr. Groppe, ist heute als Erziehungswissenschaftlerin vornehmlich in der historischen Bildungsforschung an der Helmut Schmidt Universität in Hamburg tätig. Sie ist durch ihre Auswertung von Familienarchiven mit den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Langenberg vertraut. Diese Quellen hat sie ausgewertet in ihrem Buch: Der Geist des Unternehmertums – Eine Bildungs- und Sozialgeschichte, Die Seidenfabrikantenfamilie Colsman (1649 – 1840), Böhlau Verlag, 2004.
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