Wappen der VG

 Vereinigte Gesellschaft zu Langenberg (Rhld.)

| Startseite | Mehr zur VG | Intern | Impressum |

Aktuelles



Informationen über die VG:

  • Gründung
  • Ein festes Heim
  • Kulturleben

  • Veranstaltungen

    Fotos
    Wegbeschreibung

    Links


    Gastronomie in der VG
    |Linke|

    Tel.: (Gastronomie) 02052/5501
    Fax.: (Gastronomie) 02052/5859
    E-Mail: info@linke-catering.de

    Terminanfragen und Raumbuchungen
    bitte nur an die Firma Linke

    Ein festes Heim für die Vereinigte Gesellschaft

    Wenn heute von der "VG" die Rede ist, denken viele Langenberger zuallererst an das Gebäude Nummer 84 in der Hauptstraße, das inzwischen nicht mehr "nur" und ausschließlich das Zuhause der Vereinigten Gesellschaft ist. Räume und Kegelbahn können inzwischen auch von Nicht-Mitgliedern für private Feierlichkeiten genutzt werden. Aber die VG war nicht von Anfang an in diesem Gebäude, ihre Mitglieder haben sich im Laufe der Jahre auch in anderen Räumlichkeiten getroffen.

    Die ersten Treffen der Mitglieder der VG fanden höchstwahrscheinlich in den Räumen eines Gründungsmitgliedes statt. Die Vereinigte Gesellschaft brauchte aber, um wirklich eine geschlossene, private Gesellschaft sein zu können, "private", feste Räumlichkeiten, und so kam es schon kurz nach der Gründung zur Anmietung von Räumen in der Gaststätte "Groß Primes", in der Hellerstraße. Es gab dort ein Gesellschaftszimmer, in dem stets verschiedene Zeitungen, Schriften und Bücher zur Lektüre bereitlagen. Um die Geselligkeit zu fördern, wurde ebenfalls bereits im ersten Jahr eine Kegelbahn angemietet, und in den Räumen, die allen Mitgliedern jeden Tag - mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage - offen standen, wurden Bier und Wein ausgeschenkt.

    Haus

    Im Frühjahr 1801 fing man dann an, nach einem eigenen Haus für die VG Ausschau zu halten, und bereits im Mai desselben Jahres hatte man zwei infrage kommende Gebäude ausfindig gemacht, "nemlich die Lilie, und das End," wie es in einem Protokoll vom 2. Mai desselben Jahres vermerkt ist. Man entschied sich schließlich, nachdem beide ausführlich in Augenschein genommen worden waren, für das Haus "Am End", und schon am 3. Mai wurde der Vertrag über den Kauf des Hauses abgeschlossen. Ein Teil des Hauses konnte vermietet werden, für den anderen Teil hatte die VG große Pläne: Zwei Nebenzimmer sollten zu einem großen Raum umgebaut und ein zweistöckiger Anbau angebracht werden, wie die Mitglieder 1802 beschlossen. Die Arbeiten hieran wurden vermutlich erst nach 1804 beendet. An dem Gebäude wurden später noch weitere Umbauten durchgeführt; so wurde zum Beispiel 1867 ein Eiskeller zur Lagerung von Bier und Wein angebaut, der hauptsächlich dem zu jener Zeit betriebenen Weinhandel dienen sollte, und pünktlich zum 75. Stiftungsfest im Jahr 1873 wurden auch die Arbeiten am neuen Festsaal beendet.

    Haus

    1894 wurde das Haus "Am End", das für die Aktivitäten der VG zu klein geworden war, abgerissen und der heute noch stehende Bau unter Beibehaltung des Festsaales errichtet, in dem 1898 das 100. Stiftungsfest gefeiert wurde. Die folgenden Jahre waren eine bewegte Zeit. Man könnte wohl viele Dinge darüber berichten, von denen hier nur einige aufgezählt werden sollen.

    Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Räumlichkeiten von den Besatzern kurzerhand zu einem französischen Offizierskasino umfunktioniert.

    Im Jahre 1942 sollte das Haus dann wegen anstehender Schulden zwangsversteigert werden, und nur durch erhebliche Spenden aus dem Mitgliederkreis blieb der VG das Gebäude erhalten.

    1944 wurden die Räume der VG beschlagnahmt und zweckentfremdet: Die N.S.D.A.P. hielt dort im letzten Jahr des zweiten Weltkrieges NS-Schulungskurse ab. Gleich anschließend belegte dann ein Kriegslazarett die Räumlichkeiten, und einzig und allein die Kegelbahn blieb den Mitgliedern der VG zur Benutzung offen. Bis Mitte Mai 1949 änderte sich an der Situation kaum etwas.

    Gegen Ende des Krieges konnten die Mitglieder den Wein, den sie nicht missen wollten, durch eine List vor den Besatzern in ihrem Gebäude verbergen: Man mauerte das begehrte Gut im Keller ein. Die sichbaren Schäden, die durch den Krieg am Haus enstanden waren, konnten repariert werden.

    100. Stiftungsfest

    In den 60er Jahren wurden dann Großreparaturen notwendig. Der Saal war baufällig, denn Wasser sickerte durch das Dach, wodurch einige tragende Balken morsch geworden waren. So mußte der große Saal 1965 ganz gesperrt werden. Die Reparaturkosten waren enorm. Daher wandte man sich an den Landeskonservator auf der Suche nach finanzieller Unterstützung. Erst 1968 konnten die nötigen Reparaturen vorgenommen werden, obgleich man angesichts der hohen Kosten überlegte, ob man das Haus verkaufen müsse. Die Stadt signalisierte zwar Interesse, doch zum Verkauf ist es glücklicherweise nicht gekommen. 1970 mußte dann die Mauer zum Ölersberg zu Teil teilweise abgetragen und saniert werden, da die Mängel daran einfach zu groß geworden waren.

    Auch die Räume und die Einrichtungen, die zum Teil noch aus dem vergangenen Jahrhundert stammten, mußten erneuert werden. So berichtet zum Beispiel ein Mitglied im Jahre 1971: "Es befanden sich in Club- und Herrenzimmer noch mehrere Sofas, auf denen zu sitzen keine Freude war." Was die anderen Räume und auch die sanitären Anlagen angeht, muß es ähnlich ausgesehen haben. In Anbetracht des Aufwandes und der Kosten, die die Erhaltung des ganzen Gebäudes erforderte, kam man schließlich zu dem Entschluß, einen Teil des Gebäudes einer "selbständig wirtschaftenden Ökonomie" zu überlassen, war man doch zu dem Konsens gekommen, "Exclusivität ist schön, Überleben ist besser!"

    Um eine der Öffentlichkeit zugängliche Gastronomie in den Räumlichkeiten möglich zu machen, waren umfassende Renovierungen notwendig, bei deren Finanzierung sich der Landeskonservator sowie Stadt und Land in nicht unerheblichem Maße beteiligten.

    1979 begann man mit der Sanierung des Hauses, und die Arbeiten wurden im folgenden Jahr beendet. An die finanzielle Unterstützung bei der Sanierung war ein Vertrag gekoppelt, demzufolge die VG das unter Denkmalschutz stehende Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich machen sollte.

    Mit einem selbständigen Pächter und den Räumen, die nun also auch von Privatpersonen genutzt werden können, hat sich die Vereinigte Gesellschaft wieder erholt. Es bliebt aber die Notwendigkeit, jedes Jahr erhebliche Mittel für die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes aufzuwenden.